Zitat: (Original von Mali am 07.11.2008 - 18:47 Uhr)
Das meine ich. Es passt nicht. Es klingt wie eine Moralpredigt. Das klingt vielleicht beleidigend, aber dein Text ist echt gut. Ich bin noch nicht lange hier, aber deiner ist der erste, den ich bis zum Ende gelesen habe. (Schön, dass das so arrogant klingt.) Darum habe ich mir auch eine Meinung gebildet. Es klingt alles nach: Ich tu jetzt mal so, als wäre ich ein Nazi, damit ihr besser kapiert. Eine ganz schreckliche Art der Vermittlung und Manipulation. Propaganda und Pädagogik gemischt in einem Klumpen, der lügt. Moralpredigt; so hast du nicht zu sein, leider haben wir aber keine Ahnung, wie es wirklich ist, wäre man so. Oder anders: Wir können uns nicht das Recht nehmen, in eine solche Person schlüpfen zu wollen, um diese dann sofort auszunutzen, als Botschaft, als Lehrer, vom Einfühlen bis zum einfachen Verstehen. Wenn man über so einen Charakter schreiben möchte, sollte man immer und stetig dem Charakter treu bleiben. Das fehlt hier irgendwie. Er würde nämlich nie in der IchPerson sich selbst so reflektieren können, wie du es beschrieben hast. Oder? Außerdem hat er auch recht wenig aus seinem Leben gelernt, denn er macht ja am Ende keinen Lösungsvorschlag. So wie es kein Moralprediger tut. Seid nicht böse und werdet nicht böse. Als ob nur der Mensch allein entscheiden könnte, was er wird.
deine meinung in ehren...stimme ich allerdings nicht zu.
natürlich habe ich das recht, durch einen charakter zu sprechen und eine geschichte zu erzählen bzw. meinung, botschaft, lehre oder sonstiges zu vermitteln. dafür sind charaktere gemacht. das du das wie eine moralpredigt verstehst, ist dein subjektives empfinden. so sollte die story nicht verstanden werden. vielmehr sollte sie zeigen, dass es aussteiger nicht leicht haben. es geht doch garnicht darum, mit dem finger auf nazis zu zeigen, sondern mehr darum, dass ein aussteiger nicht akzeptiert wird, weder von der einen noch der anderen seite. eigentlich hast du deinen eigenen punkt, bezüglich der moral ja am ende auch schon selbst entkräftigt. (...)"Außerdem hat er auch recht wenig aus seinem Leben gelernt, denn er macht ja am Ende keinen Lösungsvorschlag. So wie es kein Moralprediger tut (...)"
was das selbstreflektionsvermögen des protagonisten angeht muss ich dir sagen, dass das der nicht-fiktive teil der geschichte ist. du machst es dir sehr einfach mit dieser aussage und das ist genau die botschaft, die ich eigentlich vermitteln wollte: es gibt menschen, die ausgestiegen sind und den neuanfang suchen. selbstreflektion ist da wichtig...und nicht alle nazis leiden tatsächlich an einem mangel von intelligenz! lediglich fehlgesteuerter!
dass du meinen text als pädagischen und propagandistischen mischklumpen bezeichnest finde ich völlig verfehlt. schöne metapher, aber unpassend. pädagogisch vielleicht, aber wo ist der text bitte propagandistisch???? er bedient sich gewissen stereotypen um die botschaft in das maß einer kurzgeschichte zu bringen. die kam bei dir leider nicht an.
naja, mehr kann ich dazu nicht sagen, außer danke für die ausführliche erläuterung deines ersten kommentars und den gedanken, die du dir gemacht hast. schön, wenn der text anregend war...in welcher form auch immer!
gruzzz cai |