Gestern war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien, die Vögel trällerten ihr liebliches Lied und ich war schlecht gelaunt, hatte das Lächeln verlernt und wäre am liebsten Zuhause geblieben. Aber die Arbeit rief und ich war gezwungen dem Klingeln meines Weckers Folge zu leisten und mich auf die Socken zu machen. Was trägt die Frau von Welt mit rasierten Beinen? - Richtig, einen Rock und ein Top und weil ich mal meine Arbeitskolleginnen schocken wollte, entschied ich mich für weiße Kleidung. Zudem ist die auch weit weniger warm als schwarze Kleidung.
Dann kam der Feierabend und mit ihm eine mir wichtige Begegnung, denn ein Freund hatte es sich zum Ziel gesetzt seine kleine Apicri (Name wird nicht erklärt *lächelt*) aufzuheitern und ihr das Lachen zurückzugeben. Also saßen wir am Brunnen und sprachen, als wäre die Leichtigkeit des Seins in unseren Köpfen und nicht etwa die Last der Welt auf meinen Schultern. Irgendwann fühlte ich mich an meine Kindertage erinnert und stieg in den Brunnen, den Rock züchtig angehoben, damit bloß kein Wasser den dünnen Stoff benetzen konnte. Das brachte mir von Seiten meiner Begleitung zwar amüsierte Blicke ein, doch was kümmerte es mich, ich war beinahe glücklich.
Schließlich kam die Zeit aufzubrechen - nicht für eine Trennung, sondern um noch ein wenig die Stadt zu genießen. Und dann kam der Regen...
Mit dem Regen wurde uns die Sicht geraubt, binnen Sekunden waren wir nass bis auf die Unterwäsche und - habe ich es schon erwähnt? - ich trug weiße Kleider. Durchsichtig waren die danach also auch und die Tatsache, dass ich es vorzog barfuß durch die Straßen zu gehen brachte so manch irritierten Blick. Sogar ein lokaler Radiosender fragte uns zu unserem Befinden aus, weil wir lachend in die Pfützen sprangen und mit den Füßen das Wasser hochwirbelten um den jeweils Anderen noch mehr zu treffen. Es war ein Tanz im Regen, den ich sehr genossen habe.
Vielen Dank an meine bezaubernde Begleitung. Du hast mir für einen Moment wirklich alle Sorgen abgenommen.