Allein erziehend
Morgens schreit sie an der Wecker,
geht dann los mit Kinds-Gemecker,
weil sie in die Schule müssen;
würd’ jetzt lieber zärtlich küssen.
Ist noch gar nicht richtig wach,
steigt man ihr schon auf das Dach:
„Mami, sag, tut das denn Not,
will kein' Käse auf dem Brot!“
Dann beginnt der Tag erst richtig,
manch Problem ist sehr gewichtig:
Reicht das Geld, um einzukaufen?
Bus verpasst, muss auch noch laufen!
Sorgen schießen durch den Sinn:
„Wo führt das noch alles hin?“
Klassenfahrt - sie kostet Geld,
woher nehmen, wenn es fehlt?
Haushalt ist jetzt auch gemacht,
endlich eine Pause lacht.
Doch wer ist das, der da schellt?
Kind hat sich den Fuß geprellt!
Was sind das denn für Belege?
Kosten wieder neue Wege,
denn vom Amt gibt es nur Geld,
wenn von diesen keiner fehlt.
Hausaufgaben müssen stimmen,
Mutti kommt nun arg ins Schwimmen,
ihre Schulzeit ist lang her,
drum fällt’s Helfen doppelt schwer.
Jetzt ein richtig forscher Mann,
der ihr Deckung geben kann,
kriegt so langsam einen Spleen,
hat versäumt den Arzttermin.
Spät am Abend dann um zehn,
keine Kraft ins Bett zu geh’n,
Kopf ist voll mit großen Sorgen,
müssen warten halt bis morgen.
Ist der Tag dann nachts zu Ende,
schaut sie fragend an die Wände,
ihre Sinne auf sie schreiben:
„Werd’ ich immer einsam bleiben?“
©Norbert van Tiggelen
Inspiriert von Andrea Ahrens
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