Zitat: (Original von ShouCi am 30.11.2010 - 23:54 Uhr)
hm, ich habe gerade mal in den Kommentar von dir geklickt, bin so von Natur aus neugierig, weißt du? -lach- So bin ich auf diesen Text aufmerksam geworden. Meine Spontanreaktion:
Dein Gedicht lässt mich schmunzeln, nachdem ich den letzten Kommentar verfolgt habe, aber andererseits macht es nachdenklich, denn heute sind nun mal andere Zeiten. Nach den ersten Zeilen dachte ich, wieder mal nur diese negativen Gedanken und in Wirklichkeit kann man daran auch nichts ändern, wenn es nur bei den Gedanken bleibt. Ich weiß, was du aber auch sagen willst. Ich denke immer von mir, ich bin der optimistischste Optimist ;-))) und sehr wohlbehütet aufgewachsen und das sind Wunschbilder heutzutage.
Hm, und ich bin der Meinung, die Antwort heißt nicht, für Kinder, denn die werden heute in einer ganz anderen Welt aufwachsen, egal wie auch immer die Eltern drauf sind oder welche Erziehung wir früher hatten. Diese Zeiten sind leider vorbei und auf die Kinder kann man nicht mehr hoffen. Sie sind, sobald sie denken können, in ihrer eigenen, für Erwachsene, unverständlichen Welt, je nachdem welchen Umgang sie auch haben.
Und sag, was ist mit den Kindern, die nur negatives erleben durch ihre Eltern, ungeliebt und unerwünscht, was leider auch so häufig vorkommt, aber man nicht sieht. Kinder, die sich bemühen nach Anerkennung. Entweder werden sie dadurch selbst zu ihrem Vorbild der Eltern, zu Verbrechern oder lieblosen Wesen, gefühlskalt, die nichts empfinden können, weil sie niemals Liebe erfahren haben oder sie merken schon sehr früh, dass sie das Leben der Eltern, auf deutsch gesagt ankotzt und ihr eigenes Ding durchziehen, mit Hilfe von anderen oder weil sie einfach intelligenter sind. Vor diesen Kindern, die später auch mal erwachsen werden, habe ich sehr großen Respekt, die es von sich aus geschafft haben.
Hm, ich weiß nicht, ob ich jetzt zu weit abgeschweift bin, aber, es war mir ein Bedürfnis darüber zu reden ;-)
liebe Grüße
ShouCi
Hallo ShouCi!
Das war ein großartiger Kommentar von Dir, dem ich fast in allen Punkten zustimmen kann, vielen Dank dafür.
Dieser Werdegang der Gesellschaft ist eigentlich sehr leicht zu erklären.
Meine Eltern (und viele andere, ist klar) wurden im 2. Weltkrieg geboren (mein Vater sogar noch davor). Deren Jugend ist in keinster Art und Weise mit der Meinigen und erst Recht nicht mit der Heutigen zu vergleichen. Zu Hungern, vor Bomben zu flüchten kann sich kaum jemand vorstellen (Gott sei Dank).
Es war kein Platz und keine Zeit für Liebe in den meisten kinderreichen Familien, es herrschte Gehorsam.
Der Krieg war vorrüber und nach ein paar dünnen Jahren ging es bergauf. Einige Eltern haben den Krieg recht gut verdaut (um es mal so zu nennen) und konnten ihn schnell vergessen, andre nicht und dazu gehörten meine Eltern.
Oft erzählten sie mir was sie erlebten, aber genau das hat bewirkt, dass ich auch für Kleinigkeiten sehr dankbar bin.
Von Generation zu Generation (hierbei Rede ich nicht von 25 sondern nur von 10 Jahren) ging es mit der Moral und mit dem Gehorsam bergab, weil die Erziehung von Mal zu Mal lockerer wurde und die Zeiten besser. Früher bekamst Du nichts geschenkt, weil nichts da war, heute hat sogar ein Langzeitarbeitsloser ein feines Leben, wenn er sich das Geld richtig einteilt und es nicht gnadenlos versäuft, was aber leider oft der Fall ist. Mann muss sich heutzutage einfach nicht mehr großartig den Arsch aufreißen um zu überleben und es gibt leider viele Eltern, die diesen Wohlstand hier ausnutzen.
Die leidtragenden sind dann immer wieder die Steuerzahler und die Kinder, die sich dann ansehen dürfen bzw. müssen, wie die Erzeuger sich sinnlos besaufen. Nur die kleinste Gruppe von Kids hält dieses Verhalten für unnormal.
Eine handvoll werden es schaffen und ein normales Leben führen, wovor ich höchsten Respekt habe, die anderen (ich weiß nicht, etwa 90 bis 95%) werden dann zu Problemfällen unserer Gesellschaft.......
Wäre unsere Gesellschaft in den letzten 65 Jahren nach dem Krieg nicht so flechmatisch geworden, hätten viele Kinder ein glücklicheres Leben, aber wer will den Erwachsenen schon Moral beibringen, wenn es ihre Eltern nicht einmal für nötig hielten?
Ein sehr schweres Thema.
Für mich steckt die Karre ganz tief im Sand und da kommt sie auch nicht mehr raus.... leider.....
LGNorbert |